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Angelas Blog

Der völkerrechtswidrige Afghanistan-Krieg findet nach 20 Jahren ein Ende

Der völkerrechtswidrige Afghanistan-Krieg findet nach 20 Jahren ein Ende. Die Nato hat den Krieg verloren und wird ab 1. Mai damit beginnen, alle Truppen abzuziehen. "Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Truppensteller des Nato-Einsatzes in Afghanistan. Derzeit sind noch 1100 deutsche Soldaten dort stationiert. Insgesamt sind es 10.000 Soldaten der Nato", berichtet die Welt. Der Chef des Bundeswehrverbands, André Wüstner, fordert zurecht eine "ehrliche Aufarbeitung des 20-jährigen Einsatzes" und sagt: „Das sind wir allen schuldig: denen, die in Afghanistan gedient haben, insbesondere den Verwundeten sowie Hinterbliebenen (...)“. Erstmals seit ihrer Aufstellung 1955 waren deutsche Soldaten in schwerere Gefechte geraten. Diesen März noch hatte die Verteidigungsministerin für unsere weitere Beteiligung am Afghanistan-Krieg geworben, da man ja "Verantwortung" habe und aufgrund von „Zusagen gegenüber internationalen Partnern“.

In meinem Rubikon-Artikel "Der vergessene Krieg" vom 25.3.21 lege ich ausführlich dar, warum ich die öffentliche Rechtfertigung des Afghanistan-Kriegs als verlogen und scheinheilig bezeichne. "Das internationale Eingreifen in Afghanistan hat eine Gewaltspirale in Gang gesetzt. Ich vergleiche diesen Krieg mit einem Brand, der gelegt wurde: Dann 'brennt' es. Die Brandstifter schicken nun gnädig ihre eigene Feuerwehr dorthin. Das erinnert an Methoden der Mafia. Auch wenn die, die den Laden dann anschließend 'beschützen', nichts oder wenig von den Aktivitäten der Bosse wissen: Die gesamte Geschichte steht auf dem Kopf."

Wie könnten wir gegebenenfalls Aufbauhilfe leisten?

"Mit Gewalt geht es nicht. Es gibt Ansätze von Friedensforschern, wie in Krisengebieten Unternehmen aufgebaut werden könnten und diese von hier aus zu unterstützen wären. Vielleicht lässt sich dieser Gedanke auf Afghanistan übertragen. Man müsste also das Geld nicht mehr in den Krieg investieren und eine Zentralregierung installieren, sondern wirklich in den zivilen Aufbau, mit völlig anderen grundlegenden Absichten. Eine bessere wirtschaftliche Lage fördert ein friedlicheres Verhalten aller.
Das Ende der Gewaltspirale, so meine Meinung, wird auch das Abnehmen der Radikalisierung und Gewaltbereitschaft der Taliban mit sich bringen. Damit meine ich auch die religiöse Radikalisierung und das Beherrschen der Frauen. Kulturelle Angebote kann man einem fremden Land nur machen, so weit das mit friedlichen Mitteln möglich ist. Wenn wir den Terror-Frame gedanklich verlassen und der geschürte Hass ein Ende findet, dann (...) können auch Ideen für kulturelle Hilfsprojekte entwickelt werden."

Ich teile hier den aktuellen Artikel zum Abzug der Nato in der "Welt". Den oben zitierten Artikel von mir findet ihr unter meinem Namen und "Rubikon".
https://www.welt.de/politik/ausland/article230367023/Afghanistan-Nato-leitet-Rueckzug-ein-Bundeswehrabzug-bis-Mitte-August.html

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