Ein Londoner Gericht hatte entschieden, dass Julian Assange an die USA ausgeliefert werden darf. Dort drohen dem Wikileaks-Gründer 175 Jahre Haft. Seine Frau Stella Moris sagte dazu: "Was in diesem Fall auf dem Spiel steht, ist nicht nur das Überleben meines Mannes oder die Möglichkeit für meine Kinder, einen Vater zu haben. Es ist die Seele der europäischen Werte, der demokratischen Werte, die auf dem Spiel steht." (msn)
Die Entwicklung dieses Schauprozesses ist fürchterlich, tragisch und beschämend. Die Ursachen sind imperiale Macht und Korruption. Julian Assange ermöglichte durch Wikileaks u.a. das Aufdecken von Kriegsverbrechen in den völkerrechtswidrigen Angriffskriegen im Irak ('Collateral Murder') und in Afghanistan.
Bedeutet eine solche Entwicklung nun aber, dass wir alle machtlos sind? Ich sage: Nein. Denn Macht kommt von machen. Es bedeutet auch, mitzumachen. Es ist niemals die Macht weniger über viele.
Die schreckliche Situation, in welcher der mutige Journalist Julian Assange sich befindet, sollte uns einmal mehr vor Augen führen, wo es hinführt, wenn wir unsere Macht kollektiv abgeben und mitmachen bei den dunklen Machenschaften der Mächtigen. Dies geschieht manchmal schneller als uns lieb ist.
Die Macht haben wir alle, und unsere Verantwortung ist, sie zum Wohle aller einzusetzen.
Daher für heute ein Quick Check:
- Für wen arbeiten wir?
- Wie positionieren wir uns dort?
- Wo geben wir unser Geld aus?
- Wen wählen wir? Steht die Partei ein für Frieden?
Ich teile hier die Übersetzung "Auslieferung von Assange an die USA: Scharfer Protest des russischen Außenministeriums" von Thomas Röper.