Mit großer Verspätung fällt nun auch der Tagesschau auf, dass die zentralen Entscheidungen zur Corona-Politik nicht wissenschaftlich begründet sondern politisch motiviert getroffen wurden. Die Entscheidungen von Gesundheitsminister Lauterbach waren nicht wissenschaftlich begründet, vielmehr musste das RKI auf dessen Erlaubnis warten, um eine Risikostufe herabzusetzen.
„Die Rolle, die Lauterbach selbst in dieser Auseinandersetzung spielte, wird erst jetzt klar, durch die E-Mails, die der Minister und der RKI-Präsident in dieser Zeit geschrieben haben und die WDR, NDR und ‚Süddeutscher Zeitung‘ (SZ) vorliegen. Demnach verhinderte der Minister über Monate die vom RKI befürwortete Herabstufung“, so die Tagesschau.
Doch WDR, NDR und Süddeutsche haben die RKI-Files nicht freigeklagt, sondern Multipolar, das unabhängige Magazin von Paul Schreyer und Stefan Korinth. Das bleibt hier unerwähnt, ebenso der Leak des weiteren Mailverkehrs durch einen RKI-Mitarbeiter an die Journalistin Aya Velasques.
„Wir werden Gini nicht mehr zurück in die Flasche (...) bekommen. Das ist unmöglich“, warnte der PR-Experte Matthew Harrington von Edelman beim Planspiel Event 201 im Jahr 2019 seine Mitstreiter. Er trat dafür ein, im Pandemiefall die Sozialen Medien zur Zensur zu verpflichten und „mit präzisen Informationen (...) zu fluten“. Auch seine PR-Strategie wird nicht in der Tagesschau besprochen.
Nun, Gini ist draußen, Multipolar war ausdauernd genug, und das Gewissen des RKI-Whistleblowers laut genug Die Frage bleibt, ob und wieviel wir als Gesellschaft insgesamt daraus gelernt haben.
https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/corona-massnahmen-lauterbach-wieler-100.html