Wir brauchen einen Bewusstseinswandel. Frieden wird dann möglich, wenn wir auch lernen, friedlich zu kommunizieren, das bedeutet, die gewaltvolle Kommunikation zu überwinden. Es bedeutet auch, einen Konflikt oder Sachverhalt aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Schwarzweissdenken deutet auch darauf hin, dass wir in dem Moment nicht mit uns selbst in Kontakt sind, sondern uns in einem traumabeeinflussten Zustand befinden, der uns empfänglich macht für Manipulation und Kriegspropaganda. Wir dürfen diese Formen der Kommunikation nicht unbemerkt mitmachen und benötigen dafür eine grössere Sensibilität.
Wir sind Menschen! Wir sind mehr als künstliche Intelligenz, welche Informationen sammelt oder weitergibt. Einen Standpunkt zu entwickeln, bedeutet immer auch einen Weg zu gehen. Eine komplexe Fragestellung zu bearbeiten, bedeutet zugleich eine intensive Auseinandersetzung mit einer Thematik und eine innere Weiterentwicklung. Heutzutage ist es sehr wichtig geworden, sich neben der reinen Faktenlage auch mit der Frage zu beschäftigen: Wer sagt was warum? Was bewegt einen Menschen, der spricht, wirklich? Welchen Weg ist er oder sie vielleicht gegangen? Welche Erfahrung spricht aus ihn oder ihr? Was fühlt jemand, der spricht? Ein gelungener Vortrag beinhaltet diese Lebendigkeit und motiviert die Zuhörer, miteinander in Kontakt zu treten, das Gehörte selbst weiterzudenken sowie eigene Standpunkte zu entwickeln. Demokratie ist ein lebendiger Prozess! Sie will gelebt und trainiert werden.
«Bildung des Geistes ohne Bildung des Herzens ist keine Bildung», wusste schon Aristoteles. «Ich kann niemandem etwas beibringen. Ich kann sie nur zum Nachdenken bringen», sagte einst Sokrates, und dazu passend auch: «Bildung ist das Entzünden einer Flamme, nicht das Füllen eines Gefässes.» (Sokrates von Athen, 470-399 v. Chr. )
(Aus meinem aktuellen Artikel im Zeitpunkt)